Geschichtliches /  Theorie

Geschichte des Snookers
 

Der Ursprung des Billardspiels ganz allgemein liegt im 15. Jahrhundert bei dem heute so gut wie ausgestorbenen Spiel Pall Mall.

Die Entwicklung der heute bekannten und populären Billard-Varianten hängt eng mit technischen Neuerungen zusammen. Ein Meilenstein war die Weiterentwicklung des Queues um 1800, das 1807 eine lederbezogene Spitze, die Pomeranze, bekam. Außerdem wurde das Holz der Tische durch eine Schieferplatte ersetzt (1827), und die Banden wurden mit Gummi anstelle von Baumwolle gefüllt (1835). Des Weiteren wurden die Maße für die Tische, auf denen man das so genannte English Billiards spielte, festgelegt.

Snooker selbst wurde in Indien im Jahr 1875 (vermutlich am 17. April) von Offizieren der britischen Kolonialkräfte im Ooty Club von Ootacamund in den Nilgiribergen erfunden. Die übliche Spielweise war damals das Black Pool, das mit 15 roten und einem schwarzen Ball gespielt wurde, sowie English Billiards. Der Überlieferung nach experimentierte Sir Neville Chamberlain auf einem English-Billiards-Tisch an einer Variante, welche zu den 15 roten Bällen und dem schwarzen Ball noch zusätzliche Bälle enthalten sollte. Das daraus entstandene „Snooker-Pool“ bestand in seiner ersten Variante aus 15 roten Bällen sowie jeweils einem schwarzen, einem pinkfarbenen, einem grünen und einem gelben Ball, wobei die Aufsetzpunkte aller „Farbigen“ durch die Markierungen aus dem English Billiards vorgegeben waren. Später wurde das Spiel dann modifiziert, indem Braun und Blau hinzugefügt wurden.

John Roberts Jr., ein führender English-Billiards-Spieler seiner Zeit, begeisterte sich für die neue Variante und stellte sie in England 1885 erstmals der Öffentlichkeit vor. Noch bis weit ins 20. Jahrhundert hinein hatte Snooker jedoch mit der Dominanz von English Billiards zu kämpfen, ehe es sich schließlich durchsetzen konnte. Ein weiteres Problem war das Fehlen einheitlicher Regeln. In Großbritannien gab es zwischen 1908 und 1919 zwei Verbände, die unterschiedliche Regelwerke besaßen.

Nach dem Erscheinen der ersten offiziell gültigen Weltregeln durch die Billiards Association am 11. Dezember 1900 in London dauerte es dennoch bis zum Juni 1919, ehe die braune und die blaue Kugel endgültig Bestandteile des Spiels wurden.

 

Joe Davis befürchtete Ende der 1950er Jahre einen Stillstand in der Entwicklung des Spiels und schlug 1959 die Hinzunahme eines orange- und eines violettfarbigen Balls und damit die Erweiterung auf acht farbige Bälle (Snooker Plus) vor, womit das höchstmögliche Break auf 210 erhöht worden wäre. Diese Variante setzte sich jedoch nicht durch.

Der Name Snooker entstand aus einer abwertenden Bezeichnung für Frischlinge bei der Armee. In dieser Sportart hat den Begriff vermutlich zuerst der englische Offizier Neville Bowses Chamberlain verwendet, der einen seiner Mitspieler so bezeichnete, nachdem dieser den Spielball zufällig oder absichtlich so platzierte, dass er ihn nicht spielen konnte. Dass das Militärwesen (sozusagen über die militärische Nomenklatur) Einfluss auf diese Sportart hatte, zeigt sich auch in der Bezeichnung für das Versenken des Spielballs, in der Fachsprache Scratch genannt. Das war nämlich eine abwertende Bezeichnung für einen Rekruten.

Die ersten Profi-Weltmeisterschaften fanden 1927 auf Anregung von Joe Davis statt. Davis gewann dieses Turnier und alle weiteren Weltmeisterschaften, bis er nach 1946 nicht mehr teilnahm. Damit trat Davis zurück, ohne dass er je eine Niederlage bei Weltmeisterschaften hatte hinnehmen müssen. Nach dem Zweiten Weltkrieg dominierten Joes jüngerer Bruder Fred Davis, John Pulman und der Waliser Ray Reardon jeweils die folgenden drei Jahrzehnte.

 

Nach der Einführung der Snookerweltrangliste war in den 1980ern Steve Davis der herausragende Spieler, mit sieben Weltmeistertiteln in den 1990ern ist der Schotte Stephen Hendry der erfolgreichste Profispieler der jüngeren Snookergeschichte. Einer der erfolgreichsten Spieler der 2000er ist der fünfmalige Titelträger Ronnie O’Sullivan.

Im Jahr 1969 suchte die BBC nach einer Sportart, die bei geringen Kosten die Möglichkeiten des gerade eingeführten Farbfernsehens besonders zur Geltung bringen sollte. Man hob zu diesem Zweck schließlich das Snookerturnier Pot Black Cup aus der Taufe, das am 23. Juli 1969 erstmals übertragen wurde. Die Popularität von Snooker erhielt dadurch einen enormen Auftrieb – und bald kamen auch andere Turniere auf den Sendeplan. Snooker-Übertragungen sind heute in Großbritannien neben denen von Fußball die Sportsendungen mit den höchsten Einschaltquoten. In Großbritannien schrieb das WM-Finale 1985 zwischen Steve Davis und Dennis Taylor Fernsehgeschichte, als nach Mitternacht noch über 18 Millionen Zuschauer das Match verfolgten. Bis heute markiert diese Zahl die höchste je in Großbritannien ermittelte Einschaltquote für eine Sportsendung.

(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Snooker)

Theorie

Snooker ist ein Ansage- und Punktespiel. Das Grundprinzip besteht darin, abwechselnd einen roten Ball und einen der sechs farbigen Bälle zu versenken, bis alle Objektbälle vom Tisch sind oder – bei einer Punktedifferenz größer als sieben – sich außer dem weißen nur noch der schwarze Ball auf dem Tisch befindet. Ist das der Fall, ist der Frame (das Spiel beziehungsweise der Satz) beendet. Ein Match besteht meist aus mehreren Frames; es gewinnt der Spieler das Match, der als Erster mehr als die Hälfte einer festgelegten Höchstzahl von Frames gewonnen hat (Best-of-Modus).

Bei Ranglistenturnieren ist die Anzahl der Frames immer ungerade, so dass es keine unentschiedenen Partien geben kann. Bei Ligaspielen – wie in der Premier League – kann die Anzahl der Frames auch gerade und ein Unentschieden möglich sein.

Farbe Wert:

Rot            1 Punkt

Gelb          2 Punkte

Grün         3 Punkte

Braun       4 Punkte

Blau          5 Punkte

Pink          6 Punkte

Schwarz  7 Punkte

Jeder Ball hat einen bestimmten Wert, dieser wird beim Lochen dem Punktestand des Spielers hinzuaddiert.

Beispielsweise erhöht sich das Punktekonto des Spielers für die Abfolge „Rot – Schwarz – Rot – Pink – Rot – Schwarz“ um 23 Punkte.

Wird ein Ball vom Spieler nicht versenkt, kommt der gegnerische Spieler an den Tisch und erhält seinerseits die Möglichkeit, Bälle zu versenken. Wenn ein Spieler an den Tisch kommt, muss er zunächst immer einen roten Ball anspielen. Im Endspiel auf die Farben, wenn keine Roten mehr auf dem Tisch sind, muss immer mit dem niedrigstwertigen Ball, der sich noch auf dem Tisch befindet, begonnen werden.

Die farbigen Bälle kommen nach dem Versenken wieder zurück auf ihre Aufsetzmarke auf dem Tisch; rote verbleiben – auch nach einem Foul – in den Taschen. Nach dem letzten Roten darf noch einmal ein farbiger Ball nach Wahl gespielt werden. Fällt dieser farbige Ball, kommt er wieder auf seine Aufsetzmarke, fällt dieser nicht, so ist der Gegner an der Reihe. Nun beginnt das „Spiel auf die Farben“: Sind alle roten Bälle versenkt und die letzte frei wählbare Farbe wurde gespielt, so müssen die farbigen Bälle in Reihenfolge ihrer Wertigkeit vom Tisch gespielt werden, angefangen mit Gelb bis zu Schwarz – nun werden auch sie nicht mehr aus den Taschen geholt, es sei denn, sie fallen in Verbindung mit einem Foul.

Kann ein Spieler keinen Ball gemäß den Regeln versenken, wird er versuchen, den Gegner zu snookern. Das tut er, indem er den Spielball in eine Position bringt, aus der der Gegner einen anzuspielenden Ball nicht auf direkter Linie erreichen kann. Aus einem Snooker heraus passieren eher Fehler oder Fouls. Die Foulpunkte erhöhen den Punktestand, und es ergibt sich im Anschluss an den Stoß des Gegners möglicherweise eine Situation, die der Spieler dafür nutzen kann, das Spiel für sich zu entscheiden. Der „gesnookerte“ Gegner muss reagieren, während der Spieler selbst die Chance hat, das Spiel zu bestimmen.

Es gewinnt der Spieler, der am Ende des Frames die höhere Punktzahl hat. Haben beide Spieler die gleiche Anzahl von Punkten, wird der schwarze Ball erneut aufgesetzt und weitergespielt, bis der schwarze Ball fällt oder ein Foul begangen wurde (re-spotted black). Befindet sich außer dem Spielball nur noch der schwarze Ball auf dem Tisch und ist die Punktedifferenz größer als sieben, gilt der Frame als entschieden. Der Spieler, der den vorletzten (pinkfarbenen) Ball gelocht hat, kann den schwarzen Ball dennoch spielen. Kann er den schwarzen Ball versenken, bekommt er die Punkte regulär zu seinem Punktestand hinzuaddiert. Ein Frame ist auch beendet, wenn ein Spieler aufgibt, weil er seinen Rückstand als nicht aufholbar einschätzt, das heißt, wenn mit den verfügbaren Bällen weniger Punkte erreicht werden können, als zum Übertreffen des gegnerischen Punktestandes notwendig wären, und der Spieler außerdem nicht glaubt, noch ausreichend Punkte durch erfolgreiche Snooker und die daraus resultierenden Foulpunkte zu erlangen. In diesem Fall gilt als gutes Benehmen, den Frame erst aufzugeben, wenn der Gegner am Tisch sein Break beendet hat.

Die maximal mögliche Zahl an Punkten, die sich noch auf dem Tisch befindet, lässt sich wie folgt berechnen: Anzahl roter Bälle × 8 (jeweils mit Schwarz) + 27 (alle Farbigen).

(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Snooker)

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